Günter E. Anger
Bereits in meinen Zwanzigern und Dreißigern hatte ich schon kurze Ausbrüche an Gedanken und Gefühlen in bildnerischer Form. Aber mein bewegtes Berufsleben, vom Eisenbahner über Mathematiker, Betriebsingenieur, Standardisierungsfachmann bis hin zum Verwaltungsangestellten hatte wenig Zeit für künstlerische Entfaltung gelassen. Leider ist von den „Frühwerken“ auch nichts mehr erhalten, einiges wurde aber inzwischen nachempfunden.Erst ab meinem fünfzigsten Lebensjahr gelang es mir, trotz Berufsleben Freiräume zu finden, um Eindrücke, Gefühle und Gedanken in verschiedenen Techniken durch Form und Farbe zum Ausdruck zu bringen. Dabei kamen Aquarell, Öl, Acryl, Heißwachs und Tempera zum Einsatz.
Ferner wurde gestalterisch experimentiert, so in Form von Gipskollagen und sogenannten „Aquamaths“, das sind „mathematische Aquarelle“. Dazu stelle ich am Computer mittels eines bestimmten Programmes den Graphen einer Funktion von zwei unabhängigen Variablen in einem entsprechenden Koordinatensystem her. Dieses „Bild“ wird dann auf Zeichenkarton gedruckt und mittels Aquarelltechnik koloriert. Es kann auch im Computer durch ein geeignetes Bildbearbeitungsprogramm grafisch weiter bearbeitet werden, um es am Ende auszudrucken. Bei all diesen gesamten Arbeiten wurde autodidaktisch vorgegangen.
Zum Genre „Landschaftsmalerei“ belegte ich im Jahre 2001 einen Wochenendkurs bei der Malerin Kathrin Protze aus Lichtenhain. Dort wurden mir Grundkenntnisse in dieser Disziplin für die Techniken „Aquarell“ und „Öl“ vermittelt. Dabei entstand jeweils ein Landschaftsbild unter fachmännischer Anleitung durch Malen in der freien Natur. Auch konnte ich in diesem Kurs von der interessanten Tatsache hören, dass wohl jeder Mensch im Grunde eine bestimmte Veranlagung zum Malen hat, diese aber bei den meisten nach der Kindheit verkümmert.
Das war für mich ein weiterer Ansporn, mich zu produzieren und zu entfalten. Auch beflügelte mich das in meiner Experimentierfreudigkeit. Aber die Landschaftsmalerei ist mittlerweilen etwas in den Hintergrund getreten. Schwerpunkte legte ich in den letzten Jahren auf die erwähnten „Aquamaths“ und auf Darstellungen in Encaustik. Aber auch die genannten Gipskollagen sowie einige abstrakte Darstellungen in Acryl oder Öl sind entstanden. Neuerdings bemühe ich mich in Darstellungen von Empfindungen zu Titel aus der Rockmusik, speziell der der sechziger Jahre. Dabei gehe ich sowohl von der musikalischen Impression als auch vom textlichen Inhalt aus.
Insgesamt erhebe ich nicht den Anspruch, ein Maler zu sein. Wichtig ist mir zu zeigen, wie man mit Phantasie, Logik, einer bestimmten Systematik und Gefühl für Symbole und Farben seine Empfindung, Intension und Meinung zum Ausdruck bringen kann – und man tut etwas Sinnvolles! Deshalb sehe ich mich in erster Linie als kreativen Gestalter. Gleichzeitig sind eine Reihe von Gedichten, Kurzgeschichten und wissenschaftlichen Betrachtungen entstanden.

