Strömkarlen

Strömkarlen“ ist der Name eines Wassergeistes, der in den Flüssen Schwedens wohnt und mit den Klängen seiner Fiedel unbedarfte Wanderer in die Fluten lockt. In ähnlicher Weise – jedoch relativ ungefährlich – zieht das gleichnamige Trio seine Zuhörer in den Bann. Mit Fiddle, Tinwhistle, Gitarre, Kontrabass und Bodhrán, vor allem aber mit ihren Stimmen zelebrieren Christina Lutter, Stefan Johansson und Guido Richarts sinnlich-melancholische Lieder und erfrischende Tänze aus Schweden und Irland.
Im Jahre 2004 von Christina Lutter und dem Schweden Stefan Johansson zunächst als Geige-Gitarren-Duo (auch Flöte/Gesang) gegründet, veröffentlichten „Strömkarlen“ bereits im Folgejahr ihr Debütalbum und bestritten seitdem zahlreiche Auftritte. 2006 kam Kontrabassist und Sänger Guido Richarts dazu, der eigens für diese Band das Bodhránspiel erlernte.
Die gebürtige Thüringerin Christina Lutter entdeckte mit Dreizehn ihre Leidenschaft für die Musik der Grünen Insel. Seither hat sie ihr authentisches Fiddle- und Whistle-Spiel zu beeindruckender Virtuosität entwickelt und ist regelmäßig auf Deutschlands Folk-Bühnen zu erleben. Gitarrist Stefan Johansson stammt aus Luleå in Nordschweden, ist Sänger und lebt seit 2001 in Dresden. Guido Richarts ist der Allround-Musiker, der in seiner Heimatstadt Aachen vor allem als Rock- und Popsänger bekannt ist.
"songs from the north“
Die Musik von Strömkarlen schöpft aus dem Reichhaltigen Fundus traditioneller und populärer Lieder und Melodien aus Nord- und Nordwest-Europa, wobei bisher hauptsächlich Material aus Schweden und Irland Verwendung findet. Die Arrangements sind oft bewusst sparsam und schlicht gehalten und stellen den Gesang in den Vordergrund: Die recht unterschiedlichen Stimm-Charaktere der drei Sänger zeigen sich Solo mit ihren Eigenheiten, um an anderer Stelle wunderbar mehrstimmig miteinander zu harmonieren. Auch der Einsatz der Instrumente (Geige, Gitarre, Kontrabass, Bodhrán, Tin Whistle) reicht vom einsamen Säuseln bis zum vielschichtigen Tutti, das aufgrund des breiten, obertonreichen Klangspektrums für ein akustisches Trio überraschend satt und kraftvoll ausfällt.
Neben getragenen, ausgesprochen balladesken Songs entstehen auch meditativ bis treibend rhythmisierte Versionen, in denen gern die archaische Wirkung von Bordun und Ostinati genutzt wird, was live stellenweise durch den dezenten Einsatz eines Loop-Samplers umgesetzt wird. Ganz automatisch orientiert man sich dabei auch an den (Hör-)Erfahrungen und Kenntnissen aus Rock, Pop, Jazz und anderen Musiktraditionen, ohne jedoch diese Genres vordergründig zu bedienen.
Die atmosphärische Energie dieser Musik ist unaufdringlich, nie plakativ, sondern im Idealfall Sog-artig wie die Kraft eines Flusses. So werden die schicksalhaften, bisweilen düsteren Geschichten mal getragener, mal dichter erzählt, und selbst in ihren gefälligsten Momenten bleiben die Weisen durchdrungen von einer gewissen Melancholie und der Sehnsucht nach der Weite und Ursprünglichkeit der Landschaften, aus denen sie stammen.
Das unspektakuläre, fast zurückhaltende Auftreten des Trios stellt die Wirkung der Musik in den Vordergrund, wobei die Musiker ganz natürlich den Kontakt zum Publikum herstellen und mit unaufgesetztem Humor die Schwere mancher besungenen Themen charmant aufzulockern wissen.
